Vor der Abreise
Bezahlen in England: Karte, Bargeld und Trinkgeld
· Stand: August 2026
Kurz gesagt
In England bezahlen Sie praktisch überall kontaktlos mit Karte oder Smartphone, auch Kleinbeträge unter £1. Bargeld brauchen Sie kaum noch, rund £50 für Ausnahmefälle reichen. Achten Sie beim Bezahlen darauf, in Pfund abzurechnen und nicht in Euro, sonst zahlen Sie einen schlechten Wechselkurs.

Karte oder Bargeld?
Karte, fast immer. Großbritannien ist bei bargeldlosem Bezahlen weiter als Deutschland: kontaktlos funktioniert im Bus, im Museum, am Marktstand und für Beträge unter £1. Viele Cafés und einzelne Museen nehmen inzwischen gar kein Bargeld mehr an.
Nach oben gab es lange eine feste Grenze von £100 pro kontaktloser Zahlung. Die hat die britische Finanzaufsicht am 19. März 2026 aufgehoben, seitdem legt jede Bank sie selbst fest. Für Sie ändert das wenig: entscheidend bleibt das Limit Ihrer eigenen Karte. Darüber fragt das Terminal nach der PIN, und das funktioniert genauso.
Trotzdem sollten Sie etwa £50 in bar dabeihaben. Es gibt Situationen, in denen Sie damit weiterkommen: ältere Parkautomaten auf dem Land, Eintritte an kleinen Kirchen, Trinkgeld für das Zimmermädchen, oder ein Dorfpub, dessen Kartenterminal gerade nicht funktioniert.
Welche Karte sollten Sie nehmen?
Entscheidend ist nicht die Kartenart, sondern das Auslandsentgelt Ihrer Bank. Viele deutsche Banken berechnen für Zahlungen außerhalb der Eurozone ein Fremdwährungsentgelt, üblicherweise zwischen 1,5 und 2 Prozent des Umsatzes. Bei zwei Wochen Urlaub summiert sich das.
| Karte | Akzeptanz in England | Worauf achten |
|---|---|---|
| Visa oder Mastercard, Kredit | sehr hoch, überall | Fremdwährungsentgelt der Bank prüfen |
| Girocard mit Maestro oder V Pay | wird nicht akzeptiert | beide Systeme sind in Großbritannien praktisch unbekannt |
| Debitkarte mit Visa oder Mastercard | sehr hoch | oft günstiger als Kreditkarte |
| Apple Pay oder Google Pay | sehr hoch | rechnet über die hinterlegte Karte ab |
| American Express | eingeschränkt | in kleinen Läden oft nicht möglich |
Der wichtigste Punkt: eine deutsche Girocard allein reicht nicht. Das gilt für die alten Karten mit Maestro-Logo, aber genauso für die neueren mit V Pay, denn beide Systeme werden in Großbritannien praktisch nirgends akzeptiert. Prüfen Sie vor der Abreise, ob Ihre Karte zusätzlich ein Visa- oder Mastercard-Zeichen trägt; wenn nicht, nehmen Sie eine zweite Karte mit.
Zur Einordnung: Mastercard gibt seit Juli 2023 keine neuen Maestro-Girocards mehr aus, ausgegebene Karten laufen noch bis 2027. Für Großbritannien ändert das nichts, dort hilft Ihnen keines von beiden.
Gut zu wissen Am Kartenterminal werden Sie oft gefragt, ob Sie in Euro oder in Pfund zahlen wollen. Wählen Sie immer Pfund. Die Umrechnung durch den Händler, Dynamic Currency Conversion genannt, kostet Sie regelmäßig drei bis sechs Prozent mehr als die Abrechnung über Ihre eigene Bank.
Schottische und nordirische Banknoten sind übrigens gültiges Geld, dürfen in England aber abgelehnt werden. Warum das so ist, steht unter England oder Großbritannien.
Wo bekommen Sie Bargeld?
Am günstigsten am Geldautomaten vor Ort, mit Abrechnung in Pfund. Automaten der großen Banken wie Barclays, Lloyds, HSBC und NatWest verlangen für Abhebungen in der Regel keine eigene Gebühr, Ihre Hausbank aber möglicherweise schon.
Meiden Sie zwei Dinge: Wechselstuben am Flughafen, deren Kurse deutlich schlechter sind, und freistehende Automaten in Läden oder Pubs mit dem Hinweis auf eine Gebühr. Diese verlangen oft £2 bis £3 pro Abhebung.
Wie viel Trinkgeld ist in England üblich?
Weniger als in den USA, mehr als in Deutschland, und stark abhängig von der Situation.
- Restaurant mit Bedienung am Tisch: 10 bis 12,5 Prozent. Steht bereits eine Service Charge auf der Rechnung, geben Sie nichts extra.
- Pub, Bestellung an der Theke: kein Trinkgeld. Wer möchte, sagt beim Zahlen “and one for yourself”, dann nimmt sich der Wirt den Gegenwert eines Getränks.
- Taxi: auf den nächsten Pfundbetrag aufrunden.
- Hotel: £1 bis £2 pro Gepäckstück, für das Zimmermädchen £1 bis £2 pro Nacht, wenn Sie mögen.
- Café mit Bestellung am Tresen: nicht nötig, das Trinkgeldglas ist freiwillig.
Seit dem Tipping Act, der im Oktober 2024 in Kraft trat, muss das Trinkgeld vollständig beim Personal ankommen. Der Arbeitgeber darf keinen Anteil einbehalten. Bar gegebenes Trinkgeld landet meist direkt bei der bedienenden Person, Kartentrinkgeld geht in größeren Häusern in einen gemeinsamen Pool.
Was kosten Essen und Eintritte?
Preise schwanken stark zwischen London und dem Rest des Landes. Als grobe Orientierung für 2026, außerhalb Londons:
| Posten | Ungefähr |
|---|---|
| Pint Bier im Pub | £5 bis £6 |
| Kaffee im Café | £3 bis £4 |
| Hauptgericht im Pub | £15 bis £20 |
| Fish and Chips zum Mitnehmen | £9 bis £13 |
| Eintritt großes Museum, national | oft kostenlos |
| Eintritt Schloss oder Herrenhaus | £15 bis £25 |
In London liegen Getränke und Essen spürbar darüber. Die großen nationalen Museen, darunter British Museum, National Gallery und Tate Modern, verlangen dagegen keinen Eintritt, was London für Kulturreisende günstiger macht, als der Ruf vermuten lässt.
Wenn Sie mehrere historische Stätten besuchen wollen, rechnen Sie durch, ob sich eine Mitgliedschaft bei English Heritage oder National Trust lohnt. Ab etwa vier bis fünf Besuchen ist das meist der Fall.
Bevor Sie losfahren, klären Sie die Einreise mit ETA und prüfen Sie, was Sie mitnehmen dürfen. Für unterwegs ist außerdem Handy und Internet in England relevant.
Häufige Fragen
Kann ich in England noch mit Euro bezahlen?
Nein. Großbritannien hat das Pfund Sterling, und Euro werden außerhalb einzelner Fährhäfen nicht akzeptiert. Rechnen Sie fest mit Pfund und tauschen Sie nicht vorab am Flughafen, dort sind die Kurse am schlechtesten.
Wie viel Bargeld sollte ich mitnehmen?
Etwa £50 pro Person reichen für die typischen Ausnahmen: kleine Marktstände, Parkautomaten ohne Kartenleser, ein Trinkgeld in bar oder ein Dorfpub mit Mindestbetrag. Alles andere zahlen Sie mit Karte.
Was ist Dynamic Currency Conversion und warum sollte ich sie ablehnen?
Am Terminal werden Sie gefragt, ob Sie in Euro oder in Pfund zahlen möchten. Wählen Sie immer Pfund. Bei der Abrechnung in Euro legt der Händler den Wechselkurs fest, und der ist regelmäßig mehrere Prozent schlechter als der Ihrer Bank.
Muss ich die Service Charge im Restaurant bezahlen?
Nein. Die oft automatisch aufgeschlagene Service Charge von meist 12,5 Prozent ist rechtlich freiwillig. Sie können höflich darum bitten, sie von der Rechnung zu nehmen, wenn der Service nicht gut war. Das ist in Großbritannien nicht unüblich.
Gebe ich im Pub Trinkgeld?
Wenn Sie an der Theke bestellen und dort bezahlen, wird kein Trinkgeld erwartet. Das ist der wesentliche Unterschied zum Restaurant. Werden Sie am Tisch bedient, gelten die üblichen 10 bis 12,5 Prozent.
