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Beste Reisezeit für England: Monate im Vergleich

· Stand: August 2026

Kurz gesagt

Mai, Juni und September sind für England der beste Kompromiss: milde Temperaturen, lange Tage, weniger Andrang und niedrigere Preise als in den Sommerferien. Juli und August bringen das stabilste Wetter, aber auch volle Orte und die höchsten Übernachtungspreise. Regen ist in jedem Monat möglich, meist als kurzer Schauer.

Blühende Bluebells in einem englischen Wald im Frühling

Welcher Monat passt zu Ihrer Reise?

Es gibt nicht die eine beste Reisezeit, sondern eine je nach Vorhaben. Wer wandern will, braucht andere Bedingungen als jemand, der Museen und Städte plant.

Zeitraum Wetter Andrang und Preise Passt zu
März und April wechselhaft, 8 bis 14 Grad niedrig, außer Ostern Städte, erste Gartenblüte
Mai mild, 12 bis 18 Grad, lange Tage moderat Gärten, Wandern, Rundreisen
Juni mild bis warm, 15 bis 21 Grad moderat bis hoch fast alles, längste Tage
Juli und August am stabilsten, 18 bis 25 Grad hoch, Schulferien Küste, Familien mit schulpflichtigen Kindern
September mild, 14 bis 20 Grad sinkend Rundreisen, Küste, Wandern
Oktober kühl, 10 bis 15 Grad, Herbstfarben niedrig Landschaft, Städte
November bis Februar kühl und nass, 4 bis 9 Grad am niedrigsten Städtereisen, Weihnachtsmärkte

Der Kompromiss, der für die meisten Reisen aufgeht, sind Mai, Juni und September. Die Tage sind lang, das Wetter meist brauchbar, und Sie zahlen weniger als in den Schulferien.

Was die englischen Schulferien ausmachen

Das ist der Faktor, den deutsche Reisende am häufigsten übersehen. Die englischen Sommerferien laufen etwa von Mitte Juli bis Anfang September, und in dieser Zeit fahren die Briten selbst an ihre Küsten. Cornwall, Devon, der Lake District und die Norfolk-Küste sind dann voll, die Unterkünfte teuer und oft Monate im Voraus ausgebucht.

Dazu kommen die Half Terms, einwöchige Ferien mitten im Schuljahr, unter anderem Ende Mai und Ende Oktober. Die sind kurz genug, dass man sie leicht übersieht, und lang genug, um die Preise anzuheben. Die genauen Wochen legt jede Kommune selbst fest, es gibt also keine landesweite Liste; die Termine stehen auf der Seite des jeweiligen County Council.

Und dann sind da die Bank Holidays, die langen Wochenenden. Für Autoreisende zählen vor allem drei:

Bank Holiday Wann Warum er zählt
Ostern, Karfreitag und Ostermontag März oder April erstes langes Wochenende des Jahres, Küste und Nationalparks voll
Spring Bank Holiday letzter Montag im Mai fällt meist mit einem Half Term zusammen
Late Summer Bank Holiday letzter Montag im August das vollste Autowochenende des britischen Jahres

Das letzte ist das wichtigste, weil es genau in die deutschen Sommerferien fällt. Wer an diesem Wochenende auf der A30 nach Cornwall will, steht.

Gut zu wissen Die letzte Woche im Mai enthält meist den Spring Bank Holiday plus Half Term. Wer im Mai reisen will, plant besser die erste oder zweite Maihälfte, dann haben Sie das gute Frühlingswetter ohne den Andrang.

Wolken über dem Scafell Pike im Lake District

Wie schlimm ist der Regen?

Weniger schlimm als der Ruf, aber anders verteilt. England bekommt seinen Niederschlag in vielen kurzen Schauern statt in wenigen langen Regentagen. London liegt im Jahresmittel unter dem Niederschlag von München, was die meisten überrascht.

Was stimmt: der Westen ist deutlich nasser als der Osten. Cornwall, Wales und vor allem der Lake District bekommen ein Vielfaches dessen ab, was in Ostanglien fällt. Wer im Lake District wandern will, sollte in jedem Monat mit Regen rechnen und entsprechend packen.

Praktische Folge für die Packliste: eine wasserdichte Jacke gehört das ganze Jahr über hinein, ein Regenschirm ist an der Küste wegen des Windes oft nutzlos. Zwiebelprinzip statt dicker Jacke, denn die Temperaturen schwanken im Tagesverlauf stark.

Tageslicht und Tageslänge

England liegt weiter nördlich, als die meisten denken: London liegt auf der Höhe von Hannover, Newcastle etwa auf der von Dänemark. Das macht bei der Tageslänge einen erheblichen Unterschied.

  • Mitte Juni: es ist bis nach 21 Uhr hell, im Norden noch länger. Sie schaffen nach dem Abendessen noch eine Wanderung.
  • Mitte Dezember: um 16 Uhr wird es dunkel. Für Landschaftsreisen bleibt kaum ein nutzbarer Tag.

Wer eine Rundreise mit vielen Etappen plant, gewinnt im Frühsommer also nicht nur besseres Wetter, sondern effektiv mehrere Stunden nutzbare Zeit pro Tag.

Der Marktplatz von Stow-on-the-Wold in den Cotswolds

Wann schließen die Attraktionen?

Viele Herrenhäuser, Gärten und kleinere Museen, besonders die von National Trust und English Heritage, haben eine Saison von etwa März bis Oktober. Außerhalb dieser Zeit sind sie geschlossen oder nur am Wochenende geöffnet.

Das trifft genau die Orte, für die viele nach England fahren. Wer im Januar eine Rundreise durch die Cotswolds plant, steht vor verschlossenen Toren. Städte funktionieren dagegen ganzjährig: Bath, York und Oxford haben im Winter geöffnet und sind dann angenehm leer. Welche sich lohnt, steht in der Übersicht der schönsten Städte Englands.

Für Dezemberreisen gilt das doppelt: an den Festtagen steht der Verkehr still und die Adventsmärkte sind früher zu Ende als in Deutschland, siehe Weihnachten und Feiertage. Prüfen Sie die Öffnungszeiten Ihrer Hauptziele, bevor Sie eine Reise außerhalb der Saison buchen. Eine geschlossene Attraktion ist der teuerste Umweg.

Für die Planung sind außerdem der Anreisevergleich und die Regeln im Linksverkehr nützlich.

Häufige Fragen

Regnet es in England wirklich ständig?

Weniger als der Ruf vermuten lässt, aber häufiger in kurzen Schauern. London bekommt im Jahresmittel weniger Niederschlag als München. Nass ist vor allem der Westen, also Cornwall, Wales und der Lake District.

Wann sind die englischen Schulferien?

Die Sommerferien laufen etwa von Mitte Juli bis Anfang September. Dazu kommen einwöchige Half Terms, unter anderem Ende Mai und Ende Oktober. In diesen Wochen sind Küstenorte und Nationalparks spürbar voller und teurer.

Lohnt sich England im Winter?

Für Städtereisen ja, für Landschaft und Küste kaum. Ab November schließen viele Herrenhäuser, Gärten und kleinere Attraktionen bis März. Dafür sind London, York und Bath im Advent stimmungsvoll und deutlich günstiger.

Wie warm wird es im Sommer?

Im Juli und August liegen die Höchstwerte meist zwischen 20 und 25 Grad, an der Küste etwas darunter. Hitzewellen über 30 Grad kommen vor, sind aber die Ausnahme. Nachts kühlt es fast überall deutlich ab.

Wann blühen die Gärten?

Die Hauptblüte liegt im Mai und Juni. Wer für englische Gärten und Parks reist, trifft dann auf Rhododendren, Rosen und Staudenbeete in bestem Zustand. Im August wirken viele Gärten bereits müde.

Quellen