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Vor der Abreise

Schönste Städte Englands: welche lohnt sich für Sie?

· Stand: September 2026

Kurz gesagt

Wenn Sie nur eine englische Stadt außer London sehen, nehmen Sie York: nirgends sonst stehen Münster, Stadtmauer und mittelalterliche Gassen so dicht beieinander, und Sie brauchen kein Auto. Für zwei Städte kommt Bath dazu, für drei Oxford oder Cambridge, je nach Wetter. Die meisten Ranglisten nennen dieselben acht Namen, ohne zu sagen, welche davon zu Ihrer Reise passt und wie lange jede trägt.

Die Shambles in York, eine enge mittelalterliche Gasse mit überhängenden Fachwerkhäusern

Fast jede Rangliste der schönsten Städte Englands nennt dieselben acht Namen, meist mit einem Absatz Adjektive dazu. Als Entscheidungshilfe taugt das wenig, denn die eigentliche Frage lautet nicht “welche ist die schönste”, sondern welche passt zu meiner Reise und wie lange trägt sie.

Diese Seite beantwortet die zweite Frage. Wenn Sie nur eine Stadt außer London sehen, nehmen Sie York.

Die Auswahl auf einen Blick

Stadt Bahn ab London Sinnvolle Dauer
London Startpunkt 3 bis 5 Nächte
York 2 Std. 2 Nächte
Bath 1 Std. 30 Min. 2 Nächte
Cambridge 1 Std. 1 Tag
Oxford 1 Std. 1 Tag
Brighton 1 Std. 1 Tag
Manchester 2 Std. 10 Min. 1 bis 2 Nächte

York steht für Mittelalter zu Fuß, Bath für georgianische Architektur, Cambridge und Oxford für die Colleges, Brighton für das Seebad und Manchester für Industriegeschichte und Musik. Die Spalte rechts ist aber die wichtigste, und sie fehlt in fast allen Ranglisten. Englische Städte sind kompakt: York und Bath sind an einem halben Tag erlaufen, und wer drei Nächte bleibt, sucht am dritten Tag nach Programm.

York: die eine, bei der wir uns sicher sind

York ist die einzige Stadt dieser Liste, bei der wir keine Einschränkung machen. Münster, eine vollständig erhaltene Stadtmauer und die Shambles liegen so dicht beieinander, dass Sie die Stadt ohne Verkehrsmittel erschließen. Ab London King’s Cross sind es rund 2 Std., und vom Bahnhof sind es 10 Min. zu Fuß bis zum Minster.

Die Einschränkung betrifft nur die Dauer: Für zwei Nächte ist York ideal, für eine ganze Woche zu klein.

Der Royal Crescent in Bath, eine halbrunde georgianische Häuserzeile

Bath: zwei Nächte, nicht mehr

Bath ist die geschlossenste Stadt Englands, gebaut aus einem einzigen honigfarbenen Stein, und der Royal Crescent gehört zu den Bildern, die man aus England mitnimmt. Die Altstadt ist in einem halben Tag erlaufen.

Was danach kommt, hängt davon ab, ob Sie für die Architektur oder für Jane Austen gekommen sind. Mit kleinen Kindern ist Bath eher zäh, weil das Programm aus Museen und Fassaden besteht.

Punting auf dem Cam vor den Colleges von Cambridge

Oxford oder Cambridge? Das entscheidet das Wetter

Diese Frage stellt jeder, und die Ranglisten drücken sich davor. Die Antwort ist unromantisch, aber brauchbar:

Cambridge lebt vom Fluss. Punting auf der Cam und der Blick über die Backs sind der eigentliche Grund, dort hinzufahren. Bei Sonne ist Cambridge die schönere der beiden Universitätsstädte. Bei Regen fällt der Hauptgrund weg, und übrig bleiben Colleges, die Sie in Oxford auch bekommen.

Oxford funktioniert bei jedem Wetter. Die Stadt ist dichter bebaut, das Programm liegt enger beieinander und mehr davon ist drinnen.

Beide sind Tagesausflüge, keine Übernachtungsziele. Für zwei Nächte in Oxford brauchen Sie das Umland dazu. Wer im Sommer kommt und Ruhe erwartet, sollte wissen, dass beide Innenstädte dann sehr voll sind.

London gehört dazu, kostet aber am meisten

London ist keine Frage des Geschmacks, sondern des Budgets. Drei bis fünf Nächte sind sinnvoll: kürzer wird es hektisch, länger lohnt sich nur, wenn Sie über die Standardziele hinausgehen wollen.

Der wichtigste Planungshinweis ist ein anderer: Ein Auto ist in London ein Nachteil, kein Vorteil. Parken ist teuer, die Innenstadt kostet Congestion Charge und ULEZ. Wenn Ihre Reise in London beginnt, holen Sie den Mietwagen erst beim Verlassen der Stadt ab. Was innerhalb der Zonen anfällt, steht bei Maut und Umweltzonen.

Die anderen Namen auf den Listen

Über diese Städte haben wir keine eigene Seite, und wir tun nicht so, als hätten wir sie. Was sich sagen lässt:

  • Brighton ist mit rund 1 Std. ab London der einfachste Tagesausflug ans Meer. Erwarten Sie ein englisches Seebad mit Kieselstrand und Pier, keine Küste wie in Cornwall.
  • Manchester ist kein Ziel für Fachwerk und Kathedralen, sondern für Industriearchitektur, Musikgeschichte und Fußball. Wer das sucht, wird glücklich, wer das nicht sucht, wird enttäuscht.
  • Durham, Chester, Salisbury und Winchester stehen zu Recht auf den Listen, jede mit einer Kathedrale, für die man kommt. Sie liegen aber selten auf dem Weg, und deshalb landen sie in der Praxis auf der zweiten Reise.

Wer statt Städten Burgen und Landsitze sucht, findet die Übersicht unter Burgen und Schlösser in England.

Städte sind die Antwort auf die Nebensaison

Das ist das stärkste Argument für eine Städtereise, und es steht auf keiner Rangliste.

Herrenhäuser, Gärten und kleinere Museen, gerade die von National Trust und English Heritage, haben eine Saison von etwa März bis Oktober. Wer im Januar durch die Cotswolds fährt, steht vor verschlossenen Toren. Die Städte laufen dagegen das ganze Jahr, und im Winter sind sie angenehm leer.

Wenn Ihre Reise also in die Monate außerhalb der Saison fällt, ist die Frage nicht, welche Landschaft Sie ansteuern, sondern welche Städte. Für den Dezember kommt eine zweite Frage dazu, nämlich welche Tage: siehe Weihnachten und Feiertage. Die Details dazu stehen unter beste Reisezeit.

Die Häuserzeile Arlington Row in Bibury in den Cotswolds

Wer wegen der Kathedralen kommt, findet die Übersicht mit Preisen und Sonntagszeiten unter Kathedralen in England.

Die kleinen Orte

Wer nach den schönsten Orten Englands sucht statt nach Städten, kommt an den Cotswolds nicht vorbei. Bibury mit der Häuserzeile Arlington Row sowie Upper und Lower Slaughter sind das, was die meisten im Kopf haben, wenn sie an England denken.

Ein Hinweis zur Erwartung: Diese Dörfer sind winzig. Sie sind Stationen auf einer Route, kein Ziel für einen mehrtägigen Aufenthalt, und im Sommer stehen Sie darin nicht allein.

An der Küste ist Whitby in North Yorkshire der Ort, der am ehesten mit den Cotswolds-Dörfern mithält: Abteiruine über dem Hafen, enge Gassen, und Sie erreichen ihn mit der Museumsbahn aus Pickering, wie im Text über das Reisen mit dem Zug beschrieben.

Welche Städte liegen beieinander

Wenn zwei Städte pro Woche die Grenze sind, entscheidet die Geografie, welche zwei es werden. Englands Sehenswürdigkeiten liegen in Gruppen, und wer die kennt, spart die halben Tage, die sonst im Auto verschwinden.

  • Bath und die Cotswolds. Die kürzeste sinnvolle Kombination des Landes. Bath als Standquartier, die Dörfer als Tagesausflug. So ist auch unsere Rundreise durch die Cotswolds aufgebaut.
  • Oxford und die Cotswolds. Dieselbe Landschaft von der anderen Seite, und ab London ebenso schnell erreichbar.
  • York und die Yorkshire Dales. Stadt und Nationalpark, eine knappe Stunde auseinander. Die Kombination trägt eine ganze Woche und steht in der Rundreise durch Nordengland.
  • London und Cambridge. Der einfachste Tagesausflug überhaupt, rund 1 Std. je Richtung, ohne Auto.

Was dagegen nicht zusammenpasst: Cornwall und irgendeine dieser Städte in derselben Woche. Von London bis Penzance ist es ein ganzer Reisetag, und wer beides will, braucht zwei Wochen.

Wie viele Städte in eine Reise passen

Zwei pro Woche, mit Ruhe drei. Diese Zahl ist niedriger, als die meisten Reisepläne annehmen, und der Grund ist Arithmetik: Jeder Ortswechsel kostet einen halben Tag, und die Städte tragen selten mehr als zwei Nächte.

Eine funktionierende Woche sieht deshalb so aus: London drei Nächte, dann York zwei, dann zurück. Oder Bath zwei Nächte mit den Cotswolds als Tagesausflug. Wer fünf Städte in sieben Tagen plant, verbringt die Hälfte der Reise unterwegs.

Konkrete Routen mit Etappen und Kosten stehen unter Rundreisen.

Häufige Fragen

Welche ist die schönste Stadt Englands?

Wenn man eine nennen muss: York. Münster, erhaltene Stadtmauer und mittelalterliche Gassen liegen auf engstem Raum, alles ist zu Fuß erreichbar, und die Stadt ist mit rund 2 Std. ab London King's Cross gut angebunden. Bath ist geschlossener und eleganter, aber weniger vielfältig.

Oxford oder Cambridge, was lohnt sich mehr?

Das entscheidet das Wetter. Cambridge lebt vom Fluss, also von Punting und den Backs; bei Regen fällt der Hauptgrund weg. Oxford funktioniert auch bei schlechtem Wetter, weil das Programm dichter und mehr davon drinnen ist. Bei Sonne ist Cambridge die schönere der beiden.

Wie viele Städte passen in eine Woche?

Zwei, mit Ruhe drei. Jede Stadt kostet einen halben Tag Anreise, und die englischen Städte tragen selten mehr als zwei Nächte. Wer in einer Woche fünf Städte plant, verbringt die Hälfte davon auf der Bahn oder der Autobahn.

Kann man die Städte ohne Auto bereisen?

Ja, und das ist der große Vorteil einer Städtereise gegenüber einer Rundreise durch die Landschaft. London, Bath, York, Oxford und Cambridge sind alle direkt ab London mit der Bahn erreichbar und im Zentrum zu Fuß zu erschließen. In London ist ein Auto sogar ein Nachteil.

Welche englische Stadt ist die schönste kleine Stadt?

Unter den kleinen Orten sind die Dörfer der Cotswolds mit ihren honigfarbenen Steinhäusern konkurrenzlos, allen voran Bibury und die beiden Slaughters. Sie sind allerdings kein Reiseziel für einen ganzen Aufenthalt, sondern Stationen auf einer Route.

Quellen