reisedurchengland.de

Vor der Abreise

Maut und Umweltzonen in England: was Sie zahlen

· Stand: August 2026

Kurz gesagt

Für einen modernen Pkw ist England günstiger als sein Ruf: die ULEZ kostet Sie nichts, weil sie nur Fahrzeuge unter der Abgasnorm trifft. Aber mit einem deutschen Kennzeichen müssen Sie Ihr Fahrzeug trotzdem vorab bei Transport for London registrieren, sonst kommt eine Strafe von £180. Was Sie sicher zahlen, ist die Congestion Charge von £18 pro Tag in der Innenstadt und £3,50 pro Fahrt an der Dartford Crossing.

Die Mautstellen der Dartford Crossing über die Themse östlich von London

England hat kein Mautsystem, das man vorab kauft. Es gibt keine Vignette, keine Plakette für die Windschutzscheibe und an den meisten Stellen nicht einmal eine Schranke. Stattdessen lesen Kameras Ihr Kennzeichen, und Sie zahlen hinterher online.

Das ist bequem und gleichzeitig die Falle: niemand hält Sie an, wenn Sie vergessen zu zahlen. Die Rechnung kommt später, mit Zuschlag, an den Halter. In London kostet das £180, bei Zahlung binnen 14 Tagen £90, und nach 28 Tagen ohne Reaktion £270. Bei einem Mietwagen also an die Vermietung, die sie mit eigener Bearbeitungsgebühr an Sie weiterreicht.

Was Sie wirklich zahlen

Die gute Nachricht zuerst, weil sie den meisten deutschen Reisenden unbekannt ist: Der Posten, vor dem am meisten gewarnt wird, betrifft Sie fast sicher nicht.

Gebühr Wo Kosten für einen Pkw
Congestion Charge Londoner Innenstadt £18 pro Tag
ULEZ fast ganz Groß-London £12,50 pro Tag, nur unter der Abgasnorm
Dartford Crossing Themse östlich von London £3,50 pro Fahrt
Clean Air Zone Bristol Innenstadt Bristol £9 pro Tag, nur unter der Abgasnorm
Clean Air Zone Birmingham Innenstadt Birmingham £8 pro Tag, nur unter der Abgasnorm
M6 Toll nördlich von Birmingham £12 für die ganze Strecke
Tamar Bridge Cornwall nach Devon £3, nur in eine Richtung
Tyne Tunnel bei Newcastle £2,60 pro Fahrt

Für eine typische Rundreise mit modernem Wagen bleiben davon zwei Posten übrig: die Congestion Charge an den Tagen, an denen Sie tatsächlich in die Londoner Innenstadt fahren, und die Dartford Crossing, falls Ihre Route dort langführt.

Warum die drei Londoner Zonen verwechselt werden

London hat nicht eine Zone, sondern drei, und sie überlagern sich. Das ist der Grund, warum in deutschen Foren so viel Falsches steht.

  1. Congestion Charge. Die kleinste Zone, ungefähr die Innenstadt innerhalb des Inner Ring Road. £18 pro Tag, und anders als bei der ULEZ spielt die Abgasnorm dabei keine Rolle. Zeiten: Mo bis Fr von 7 bis 18 Uhr, Sa, So und feiertags von 12 bis 18 Uhr. Zwischen dem ersten Weihnachtstag und Neujahr entfällt sie ganz.

    Auch Elektroautos zahlen inzwischen. Die vollständige Befreiung endete am 25. Dezember 2025; seit dem 2. Januar 2026 gibt es stattdessen 25 Prozent Rabatt, also rund £13,50, und den nur, wenn das Fahrzeug bei Auto Pay registriert ist. Diese Registrierung kostet £10 pro Fahrzeug und Jahr, weshalb sie sich für zwei oder drei Tage in London nicht lohnt: dann zahlen Sie die vollen £18.

  2. ULEZ. Die große Zone über fast ganz Groß-London, rund um die Uhr. £12,50 pro Tag, aber nur für Fahrzeuge unter der Abgasnorm. Diesel ab Euro 6 und Benziner ab Euro 4 zahlen nichts. Das trifft praktisch jeden Mietwagen und die meisten eigenen Autos ab Baujahr 2016.

    Mit einem deutschen Kennzeichen reicht das aber nicht. Transport for London schreibt dazu wörtlich: “Vehicles need to be registered with us, even if they meet the emissions standards.” Ein nicht in Großbritannien zugelassenes Fahrzeug ist den Kameras unbekannt, also gilt es als nicht konform, bis Sie es anmelden. Das geht kostenlos online, dauert ein paar Tage und Sie brauchen den Fahrzeugschein. Wer es lässt, bekommt eine Strafe von £180, halbiert auf £90 bei Zahlung binnen 14 Tagen, und die wird über ein Inkassobüro auch in Deutschland eingetrieben.

  3. LEZ. Dieselbe Fläche wie die ULEZ, aber für schwere Fahrzeuge über 3,5 t. Für Sie nur relevant, wenn Sie mit einem großen Wohnmobil kommen; dann gelten deutlich höhere Tagessätze und die Prüfung lohnt sich vorab.

Gut zu wissen Die ULEZ ist der Grund, aus dem viele Reisende ihr Auto gar nicht erst nach London nehmen. Das ist meist die falsche Begründung für die richtige Entscheidung: Sie zahlen die ULEZ nicht, aber die Congestion Charge und die Parkgebühren machen das Auto in London trotzdem zum Kostenfaktor ohne Nutzen.

Wenn Sie ohnehin in London starten, holen Sie den Mietwagen erst am Abreisetag ab, und zwar außerhalb der Zone. Paddington und Marylebone liegen draußen, Victoria und Waterloo mitten drin.

Die Dartford Crossing kassiert per Kamera

Östlich von London quert die M25 die Themse, im Norden durch den Tunnel, im Süden über die Queen-Elizabeth-II-Brücke. Beides kostet £3,50 pro Fahrt für einen Pkw, mit einem Konto £2,80, und zwischen 22 und 6 Uhr gar nichts.

Bezahlt wird online, spätestens bis Mitternacht des Folgetages. Wer das vergisst, zahlt £70 plus die Gebühr, bei Zahlung binnen zwei Wochen die Hälfte. Für Hin- und Rückfahrt sind das £7, für zweimal Vergessen £140.

Das ist die häufigste teure Überraschung deutscher Reisender, und zwar aus einem einfachen Grund: Sie fahren durch, es passiert nichts, und Sie denken nicht mehr daran.

Umweltzonen außerhalb Londons

Auch andere Städte haben Clean Air Zones, aber längst nicht alle verlangen etwas von Privatautos. Der Unterschied liegt in der Klasse der Zone:

  • Bristol und Birmingham sind die beiden, die Pkw einbeziehen: £9 beziehungsweise £8 pro Tag. Auch hier gilt das nur für Fahrzeuge unter der Abgasnorm.
  • Oxford ist die Ausnahme und dreht die Regel um. In der Zero Emission Zone im Stadtzentrum zahlt jedes Benzin- und Dieselfahrzeug, Hybride eingeschlossen, unabhängig von der Abgasnorm. Nur rein elektrische Fahrzeuge fahren gratis. Sie gilt täglich von 7 bis 19 Uhr und betrifft nur wenige Straßen im Kern, ist aber genau dort, wo Besucher hinwollen. Oxford rät ohnehin zu den Park-and-Ride-Plätzen am Stadtrand, und das ist hier die einfachste Antwort.
  • Bath, Portsmouth, Sheffield und Bradford haben Zonen, die ausschließlich gewerbliche Fahrzeuge betreffen. Als Tourist im Pkw zahlen Sie dort nichts, auch mit einem älteren Wagen nicht.

Für unsere Routen heißt das konkret: In Bath übernachten Sie ohne Gebühr, egal was Sie fahren. Wer die Cotswolds mit Birmingham verbindet, sollte das Kennzeichen vorher prüfen.

Echte Mautstrecken

Gebührenpflichtige Straßen sind in England die Ausnahme. Es gibt genau eine Mautautobahn, dazu einige Brücken und Tunnel:

  • M6 Toll, nördlich von Birmingham, £12 für die ganze Strecke. Die einzige Mautautobahn des Landes, und meistens eine freiwillige Entscheidung: die kostenlose M6 daneben ist nur zur Hauptverkehrszeit deutlich langsamer.
  • Tamar Bridge zwischen Saltash und Plymouth, also auf dem Weg von Cornwall nach Devon. £3, und zwar nur in östlicher Richtung. Nach Cornwall hinein fahren Sie gratis, heraus nicht.
  • Tyne Tunnel bei Newcastle, £2,60 pro Fahrt. Relevant, wenn Sie von Northumberland nach Süden fahren.
  • Mersey Gateway zwischen Runcorn und Widnes in Cheshire funktioniert genau wie Dartford: keine Schranke, £2,40 pro Fahrt, zahlen bis Mitternacht des Folgetages, sonst £50. Dazu kommt die Itchen Bridge in Southampton.

Die Severn-Brücken zwischen England und Wales kosten seit Dezember 2018 nichts mehr. Wenn Sie einen älteren Reiseführer haben, steht dort noch eine Gebühr.

Wer zahlt beim Mietwagen?

Die Kameras erfassen das Kennzeichen, und das gehört der Vermietung. Sie bekommt die Rechnung und reicht sie an Sie weiter, in der Regel mit einer eigenen Bearbeitungsgebühr obendrauf. Wie hoch die ist, steht im Mietvertrag und unterscheidet sich stark.

Deshalb lohnt es sich, selbst zu zahlen statt es laufen zu lassen. Für die Congestion Charge und die Dartford Crossing können Sie das online mit dem Kennzeichen erledigen, auch als Ausländer und auch nachträglich am selben oder nächsten Tag.

Ein ausländisches Kennzeichen ist übrigens kein Freibrief. Transport for London lässt unbezahlte Gebühren auch im europäischen Ausland eintreiben.

Was Sie vorher erledigen

  1. Fahrzeug bei Transport for London registrieren, wenn Sie mit dem eigenen Auto nach London fahren. Nicht nur prüfen: ein ausländisches Kennzeichen muss angemeldet sein, auch wenn es die Norm erfüllt. Für Bristol und Birmingham reicht die Kennzeichenprüfung.
  2. Route auf Dartford ansehen. Führt sie über die M25 östlich von London, planen Sie zwei Zahlungen ein.
  3. Bei Mietwagen in den Vertrag schauen, was die Bearbeitungsgebühr für weitergereichte Gebühren kostet.

Wie das Fahren selbst funktioniert, steht unter Linksverkehr und Mietwagen, was der Sprit kostet unter Tanken in England. Ob sich das Auto für Ihre Reise überhaupt lohnt, rechnet der Anreisevergleich durch.

Häufige Fragen

Muss ich als Tourist die ULEZ bezahlen?

Mit einem modernen Auto nicht. Die ULEZ kostet £12,50 pro Tag, gilt aber nur für Fahrzeuge, die die Abgasnorm nicht erfüllen: grob gesagt Diesel vor Euro 6 und Benziner vor Euro 4. Ein Mietwagen erfüllt sie praktisch immer, ein eigener Wagen ab Baujahr 2016 in aller Regel auch. Prüfen Sie Ihr Kennzeichen vorab bei Transport for London, das dauert eine Minute und gibt Ihnen Sicherheit.

Was kostet die Congestion Charge und wann gilt sie?

£18 pro Tag für die Londoner Innenstadt, Montag bis Freitag von 7 bis 18 Uhr und zusätzlich samstags, sonntags und feiertags von 12 bis 18 Uhr. Wer erst nach der Fahrt zahlt, zahlt £21. Das Wochenendfenster wird am häufigsten übersehen, weil viele Reisende annehmen, die Gebühr gelte nur werktags.

Wie bezahle ich die Dartford Crossing?

Online oder telefonisch, spätestens bis Mitternacht des Tages nach der Fahrt. An der Brücke gibt es keine Schranke und keinen Automaten, nur Kameras. Wer die Frist verpasst, bekommt eine Strafe von £70 plus die Gebühr, bei Zahlung binnen 14 Tagen halbiert auf £35.

Gibt es in England eine Vignette?

Nein. Es gibt keine Vignette und keine Umweltplakette zum Ankleben. Alles läuft über Kennzeichenerkennung, und Sie zahlen jeweils online für den konkreten Tag oder die konkrete Fahrt.

Quellen