Vor der Abreise
Burgen und Schlösser in England: welche sich lohnen
· Stand: September 2026
Kurz gesagt
In England verbergen sich hinter dem deutschen Wort Schloss vier verschiedene Dinge: die mittelalterliche Ruine, die bewohnte Burg, das möblierte Herrenhaus und der königliche Palast. Sie kosten Unterschiedliches, sie enttäuschen aus unterschiedlichen Gründen, und die Wahl entscheidet über den Tag. Wer mehr als zwei besuchen will, sollte außerdem rechnen: ein Pass für Auslandsbesucher kostet £56 für neun Tage und ist nach zwei bis drei Eintritten heraus.

England hat mehr besichtigbare Burgen und Schlösser, als eine Reise fassen kann, und deutsche Listen zählen meist dieselben zehn auf. Nützlicher ist eine andere Frage: welche Art von Ort Sie eigentlich wollen. Hinter dem deutschen Wort Schloss stecken hier vier verschiedene Besuche.
Vier verschiedene Arten von Besuch
| Art | Was Sie sehen | Preis |
|---|---|---|
| Burgruine | Mauern, Wall, Aussicht, kein Dach | £7 bis £16 |
| Bewohnte Burg | eingerichtete Räume, Park, Familie im Haus | rund £22 |
| Herrenhaus | Möbel, Sammlung, Garten, Landschaftspark | £20 bis £41 |
| Königlicher Palast | Staatsräume, Zeremoniell, viel Andrang | ab rund £30 |
Die häufigste Enttäuschung entsteht, wenn jemand mit dem Bild eines möblierten Schlosses zu einer Ruine fährt. Beides heißt auf Englisch castle.
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Wer die Häuser besitzt, erklärt fast alles
Zwei Organisationen halten den größten Teil, und daran erkennen Sie meist schon, was Sie erwartet.
English Heritage betreut überwiegend die Ruinen und die archäologischen Orte: Burgen ohne Dach, Klosterreste, Stonehenge, Hadrianswall. Die Eintritte sind niedriger, die Orte draußen, und bei Regen haben Sie wenig davon.
Der National Trust hält die möblierten Landsitze mit ihren Gärten. Hier gehen Sie durch Räume, es gibt fast immer ein Teehaus, und ein Regentag ist kein Problem.
Der Rest ist privat und oft bewohnt. Alnwick gehört den Percys, Chatsworth den Devonshires, Blenheim den Marlboroughs. Diese Häuser sind die teuersten, dafür sind sie keine Museen: Es wohnt jemand darin, und das merkt man.
Warum so viele davon Ruinen sind
Das ist die Frage, die sich in England unweigerlich stellt: Warum stehen hier so viele Burgen ohne Dach herum, während auf dem Kontinent Schlösser bewohnt weiterlebten?
Der Grund ist der Englische Bürgerkrieg im 17. Jahrhundert. Nach dem Sieg des Parlaments wurden Anlagen, die königstreue Besatzungen gehalten hatten, planmäßig unbrauchbar gemacht: Mauern gesprengt, Türme aufgebrochen. Das nennt sich slighting, und das Parlament ordnete es für über hundert Gebäude an, Burgen, Stadtmauern, Klöster und Häuser. Der Grund war nüchtern: Eine besetzte Burg bindet eine Garnison, eine leere kann der Gegner wieder befestigen, also machte man sie unbrauchbar.
Was Sie heute als malerische Ruine fotografieren, ist also meist kein Verfall, sondern eine Entscheidung. Und weil kaum eine dieser Anlagen je wieder aufgebaut wurde, sieht England anders aus als der Kontinent.
Die großen Herrenhäuser sind übrigens keine Gegenbeispiele, sondern eine spätere Schicht: Chatsworth wurde ab 1687 neu gebaut, Blenheim entstand erst nach 1705. Sie stehen nicht trotz des Krieges, sondern nach ihm.
Herrenhaus oder Garten?
Bei den großen Häusern haben Sie fast immer zwei Tickets zur Wahl, und die Differenz ist erheblich. Chatsworth kostet mit Haus £35 und ohne £20, Blenheim £41 gegen £31.
Die Frage ist also nicht nur, ob Sie hineinwollen, sondern wann. Bei Regen ist das Haus das Ticket wert, bei gutem Wetter geben viele Besucher das Geld lieber für den Park aus, der bei diesen Anlagen kein Beiwerk ist: Chatsworth und Blenheim haben beide Landschaftsparks von Capability Brown, dem Mann, der die englische Gartenlandschaft erfunden hat.
Mit Kindern lohnt der Blick auf das kleine Gedruckte: Bei Chatsworth sind Bauernhof und Spielplatz in beiden Tickets enthalten.
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Was die bekannten Orte kosten
Aus unseren eigenen Zielseiten, alle bei den Häusern selbst geprüft.
| Ort | Preis | Besonderheit |
|---|---|---|
| Alnwick Castle | rund £22 | Ticket gilt danach ein Jahr |
| Blenheim Palace | £41 | gilt zwölf Monate, nur Park £31 für einen Tag |
| Chatsworth House | £35 | ab Oktober £28, nur Garten £20 |
| Tintagel Castle | rund £16 | Preis wechselt mit der Saison |
| Stonehenge | £27,20 | im Vorverkauf, an der Kasse £32 |
Die rechte Spalte ist der Punkt, den die Listen weglassen. Bei Alnwick und Blenheim ist das Ticket eine Jahreskarte. Wer im selben Jahr wiederkommt, zahlt nichts mehr, und für Familien in Reichweite ist das ein anderes Angebot als ein Tagesticket.
Kathedralen folgen übrigens anderen Regeln: dort ist der Eintritt oft frei oder gilt ein Jahr, siehe Kathedralen in England.
Ab wann sich ein Pass rechnet
Hier liegt der Betrag, um den es wirklich geht, und er steht in keiner deutschen Liste.
Der English Heritage Overseas Visitor Pass gilt für über hundert Orte und kostet £56 für neun aufeinanderfolgende Tage oder £66 für sechzehn. Als Familie, also zwei Erwachsene und bis zu vier Kinder unter 18 im selben Haushalt, sind es £112 beziehungsweise £122.
Rechnen Sie das mit unseren eigenen Zahlen durch: Stonehenge kostet £27,20, Tintagel rund £16, Old Sarum rund £7. Das sind £50 an drei Orten, die auf einer Südwestroute ohnehin auf dem Weg liegen. Der vierte Besuch ist dann geschenkt.
Der National Trust Touring Pass ist das Gegenstück für die Herrenhäuser: über 300 Häuser und Gärten, sieben oder vierzehn Tage, ab rund £25 für einen Erwachsenen. Er wird ausdrücklich nur an Menschen ohne Wohnsitz in Großbritannien verkauft. Die aktuellen Preise stehen auf der Seite des Trusts.
Die dritte Möglichkeit Wer ohnehin ein Ferienhaus des National Trust bucht, bekommt den Eintritt zu allen Anwesen während des Aufenthalts dazu, Parkplätze ausgenommen. Bei einer Woche mit vier Besichtigungen trägt das einen erheblichen Teil der Miete: siehe Cottage mieten.

Welcher Ort zu welcher Reise passt
- Im Norden: Alnwick für das bewohnte Schloss, Bamburgh für die Lage über dem Strand, Dunstanburgh für die Ruine am Ende eines Küstenwegs. Drei sehr verschiedene Tage innerhalb einer Stunde Fahrt.
- In der Mitte: Chatsworth als das große Herrenhaus mit Sammlung und Landschaftspark, Blenheim als Palast mit Jahreskarte.
- Im Südwesten: Tintagel für die Lage auf der Landzunge, Lacock Abbey für Innenräume und als Harry-Potter-Drehort, siehe Harry-Potter-Drehorte.

Was Sie vor der Fahrt prüfen sollten
Drei Dinge, an denen Besuche scheitern, und zwei davon kosten nichts.
- Die Saison. Viele Herrenhäuser und Burgen öffnen nur von etwa März bis Oktober. Alnwick etwa ist von Ende Oktober bis Ende März geschlossen. Mehr dazu unter beste Reisezeit.
- Der Wochentag. Einzelne Häuser schließen an festen Tagen, und das steht selten in Reiseführern.
- Der letzte Einlass. Der liegt oft ein bis zwei Stunden vor Schließung; bei Alnwick um 15.45 Uhr, während das Gelände bis 17 Uhr offen ist. Wer um halb vier ankommt, steht vor der Kasse.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Burg und Schloss in England?
Praktisch entscheidet, ob jemand darin wohnt. Die mittelalterlichen Burgen sind meist Ruinen ohne Dach, oft von English Heritage betreut, und Sie besichtigen Mauern und Aussicht. Bewohnte Burgen wie Alnwick oder Bamburgh haben eingerichtete Räume und kosten mehr. Herrenhäuser sind keine Burgen, sondern Landsitze mit Möbeln, Sammlung und Garten.
Lohnt sich der English Heritage Overseas Visitor Pass?
Ab drei Besuchen fast immer. Er kostet £56 für neun Tage oder £66 für sechzehn, als Familie £112 beziehungsweise £122, und gilt für über hundert Orte. Allein Stonehenge kostet £27,20; mit einem zweiten größeren Ort ist der Pass praktisch heraus.
Was kostet der Eintritt in ein englisches Schloss?
Sehr unterschiedlich. Eine Burgruine liegt oft bei £7 bis £16, ein bewohntes Schloss wie Alnwick bei rund £22, ein großes Herrenhaus wie Chatsworth bei £35 und Blenheim Palace bei £41. Bei Alnwick und Blenheim gilt das Ticket danach ein ganzes Jahr.
Welches Schloss in England lohnt sich am meisten?
Wenn Sie eines wählen müssen und im Norden sind: Alnwick Castle, weil es bewohnt ist, Räume zeigt und das Ticket ein Jahr gilt. Im Süden Blenheim Palace, ebenfalls mit Jahreskarte. Wer Ruinen mag, bekommt bei Dunstanburgh oder Tintagel mehr Landschaft für weniger Geld.
Kann man in England in einem Schloss übernachten?
Ja. Der Landmark Trust vermietet über 200 gerettete historische Gebäude als Ferienhäuser, darunter Türme und Forts, und der National Trust über 500 Häuser. Mehr dazu steht unter Cottage mieten.
