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England, Südwesten

Cornwall Sehenswürdigkeiten: was sich wirklich lohnt

Unser Urteil

Cornwall lohnt sich, wenn Sie mindestens eine Woche haben und ein Auto. Für einen kurzen Abstecher liegt es zu weit weg, und im Juli und August steht die Region im Stau.

Lohnt sich für

  • Wanderer, denn der South West Coast Path gehört zu den besten Küstenwegen Europas
  • Reisende mit Auto und mindestens einer Woche Zeit
  • Wer Landschaft und Küste sucht statt Städte und Museen

Eher nicht, wenn

  • Sie weniger als eine Woche haben, allein die Anfahrt ab London kostet rund 5 Std.
  • Sie ohne Auto reisen, denn Busse fahren selten und die Buchten haben keinen Bahnhof
  • Sie im Juli oder August fahren und Ruhe erwarten, dann sind die Küstenorte voll

Die ehrliche AlternativeWer nur ein verlängertes Wochenende hat, fährt besser nach Devon oder an die Jurassic Coast in Dorset. Beide liegen deutlich näher und bieten ähnliche Küstenlandschaft ohne die lange Anfahrt.

Der Strand von Kynance Cove in Cornwall mit türkisfarbenem Wasser und Felsen
Wegweiser des South West Coast Path über der Küste, im Hintergrund St Ives
Unbedingt ansehenSouth West Coast Path
St Ives in Cornwall
Unbedingt ansehenSt Ives
Minack Theatre in Cornwall
Unbedingt ansehenMinack Theatre

Wie lange brauchen Sie für Cornwall?

Mindestens eine Woche, besser zehn Tage. Das liegt an der Geografie: Cornwall ist eine schmale, lange Halbinsel, und die Straßen folgen der Küste in Kurven. Was auf der Karte nach einer kurzen Strecke aussieht, dauert im Auto doppelt so lange wie erwartet.

Von London bis Penzance sind es rund 5 Std. reine Fahrzeit, realistisch mit Pausen ein ganzer Tag. Welcher Weg sich von Deutschland aus lohnt, und warum Sie nicht an einem Samstag anreisen sollten, steht unter Anreise nach Cornwall. Wer diesen Tag nicht verlieren will, nimmt den Nachtzug: der Night Riviera fährt um 23.45 Uhr in London ab und ist um 7.50 Uhr in Penzance, siehe mit dem Zug durch England. Wer nur drei Tage einplant, verbringt zwei davon auf der Straße.

Eine sinnvolle Aufteilung für eine Woche: drei Nächte an der Nordküste rund um St Ives oder Padstow, drei Nächte im Süden zwischen Falmouth und Penzance. So sparen Sie sich das tägliche Umziehen und fahren trotzdem kurze Strecken.

Nordküste oder Südküste?

Cornwall hat zwei sehr verschiedene Seiten, und die Wahl bestimmt Ihren Urlaub mehr als jede einzelne Sehenswürdigkeit.

Nordküste Südküste
Landschaft hohe Klippen, offener Atlantik geschützte Buchten, Flussmündungen
Strände groß, wellig, Surfreviere klein, ruhig, familienfreundlich
Orte Newquay, Padstow, St Ives, Bude Falmouth, Fowey, Mevagissey, Looe
Wetter windiger, rauer milder, geschützter
Passt zu Wanderern, Surfern, Fotografen Familien, Bootsfahrten, Gärten

Wer beides sehen will, was sich anbietet, plant die Halbinsel als Rundfahrt: hin über die eine Küste, zurück über die andere. Quer durch die Mitte ist es nirgends weiter als etwa 30 Min. Fahrt.

Wann sollten Sie fahren?

Mai, Juni oder September. Cornwall hat das mildeste Klima Englands, weil der Golfstrom die Halbinsel wärmt: Palmen und subtropische Gärten gedeihen hier, was auf dieser Breite ungewöhnlich ist.

Juli und August sind die Monate, in denen die Region an ihre Grenze kommt. Die britischen Schulferien fallen genau in diese Zeit, und Cornwall ist das beliebteste Inlandsreiseziel der Briten. Konkret heißt das: Staus auf der A30, volle Parkplätze an den Buchten ab dem Vormittag, und Unterkünfte, die Monate im Voraus ausgebucht sind.

Gut zu wissen Welcher Ort wann zu voll wird und wo Sie stattdessen parken, steht unter die schönsten Orte in Cornwall. Viele Strandparkplätze in Cornwall sind ab dem späten Vormittag voll. Wer eine bestimmte Bucht sehen will, fährt vor 10 Uhr hin oder nach 16 Uhr. Das gilt besonders für Kynance Cove, Porthcurno und die Buchten rund um St Ives.

Nehmen Sie außerdem Bargeld mit: einige ländliche Parkautomaten nehmen bis heute keine Karte.

Brauchen Sie ein Auto?

Ja. Cornwall ist die Region in England, in der ein Auto am wenigsten verzichtbar ist. Die Bahn fährt nur die Hauptlinie bis Penzance, mit Stichstrecken nach St Ives und Falmouth. Alles andere, und das sind genau die Buchten, Dörfer und Küstenabschnitte, für die man herkommt, erreichen Sie mit dem Bus nur mit viel Geduld.

Rechnen Sie dabei mit den Besonderheiten der Straßen. Viele Verbindungen sind einspurig, mit hohen Hecken und Ausweichbuchten. Wer mit dem Wohnmobil kommt, sollte vorher Camping und Wohnmobil lesen, wer einen Hund mitbringt den Text über das Reisen mit dem Hund: an vielen Stränden gilt im Sommer zwischen 10 und 18 Uhr ein Verbot. Das ist kein Problem, aber es kostet Zeit und Nerven, wenn Sie es nicht erwarten. Wie das funktioniert, steht unter Linksverkehr und Mietwagen.

Wie beide in eine größere Reise passen, steht in der Übersicht zu Südengland.

Cornwall oder Devon?

Die häufigste Frage bei der Planung, und die Antwort hängt an Ihrer verfügbaren Zeit.

Devon liegt näher, ist grüner und hat mit Dartmoor und Exmoor zwei Nationalparks im Landesinneren. Die Küste ist schön, aber weniger dramatisch. Wer aus dem Osten Englands anreist oder weniger als eine Woche hat, kommt hier weiter.

Cornwall hat die spektakulärere Küste, das mildere Klima und die bekannteren Orte. Dafür ist es voller, teurer und liegt eine Fahrstunde weiter weg.

Praktisch schließen sich beide nicht aus: Devon liegt auf dem Weg. Wer zehn Tage hat, übernachtet auf der Hinfahrt in Devon und fährt dann weiter. Eine solche Route beschreiben wir unter Cornwall und Devon in zehn Tagen.

Wo übernachten Sie?

Nicht in einem Ort und von dort täglich alles anfahren, dafür sind die Wege zu lang. Zwei bis drei Standorte für eine Woche sind besser.

Bewährte Ausgangspunkte:

  • St Ives oder Penzance für den Westen, Minack Theatre und Land’s End
  • Padstow oder Newquay für die Nordküste und die Surfstrände
  • Falmouth oder Fowey für den Süden, Bootsausflüge und die Gärten
  • St Austell für das Eden Project und die Lost Gardens of Heligan

Buchen Sie früh, wenn Sie zwischen Juni und September fahren. Cornwall ist eine der wenigen englischen Regionen, in denen kurzfristige Buchungen in der Hauptsaison regelmäßig scheitern.

Die Sehenswürdigkeiten, einzeln bewertet

  • Wegweiser des South West Coast Path über der Küste, im Hintergrund St Ives
    Unbedingt ansehen

    South West Coast Path

    Der Küstenwanderweg umrundet die gesamte Halbinsel. Sie müssen nicht alles laufen: schon eine Tagesetappe zwischen zwei Buchten zeigt, warum die Küste hier anders ist als der Rest Englands. Gut markiert, aber stellenweise steil.

  • St Ives in Cornwall
    Unbedingt ansehen

    St Ives

    Künstlerort mit hellem Licht, engen Gassen und einer Tate-Dependance. Kommen Sie früh oder außerhalb der Saison, denn im Sommer ist der Ort voll und das Parken schwierig. Die Auslagerparkplätze mit Shuttle sind die bessere Wahl.

  • Minack Theatre in Cornwall
    Unbedingt ansehen

    Minack Theatre

    Ein Freilufttheater, das in die Klippen über dem Meer gehauen wurde. Die Besichtigung tagsüber kostet rund £12 im Vorverkauf und £14 an der Kasse, Kinder bis 15 die Hälfte. Wenn eine Aufführung läuft und das Wetter mitspielt, ist es der eindrucksvollste Ort der Region.

  • Eden Project in Cornwall
    Wenn Zeit bleibt

    Eden Project

    Riesige Biome mit tropischer und mediterraner Vegetation in einer alten Tongrube. Mit £35,50 online und £39,50 an der Kasse der teuerste Eintritt der Region. Buchen Sie vorab, an der Kasse zahlen Sie £4 mehr. Bei Regen die beste Option, bei gutem Wetter wäre Ihre Zeit an der Küste besser aufgehoben.

  • St Michael's Mount in Cornwall
    Wenn Zeit bleibt

    St Michael's Mount

    Gezeiteninsel mit Burg, bei Ebbe über einen Damm zu Fuß erreichbar, bei Flut mit dem Boot, das pro Strecke £3,20 kostet, Kinder £1,60. In der Hochsaison wird das Bootsticket nicht einzeln verkauft, sondern nur zusammen mit einer Buchung für Burg oder Garten. Prüfen Sie die Gezeitentabelle, sonst stehen Sie vor Wasser. Die Ähnlichkeit mit dem Mont-Saint-Michel ist kein Zufall, sie gehörten demselben Orden.

  • Land's End in Cornwall
    Können Sie auslassen

    Land's End

    Der westlichste Punkt Englands, inzwischen mit Freizeitpark und Eintrittsgebühr für den Parkplatz. Die Klippen sind schön, aber an zahlreichen anderen Stellen der Küste ebenso schön und kostenlos. Sennen Cove liegt gleich nebenan und ist die bessere Wahl.

  • Tintagel Castle in Cornwall
    Wenn Zeit bleibt

    Tintagel Castle

    Burgruine auf einer Landzunge, mit der Artus-Legende vermarktet. Die neue Fußgängerbrücke ist beeindruckend, die Ruine selbst überschaubar. English Heritage staffelt den Preis nach Saison, rechnen Sie mit rund £16 pro Erwachsenem, mit freiwilliger Spende etwas mehr. Lohnt vor allem wegen der Lage und der Steilküste ringsum.

Was kaum jemand erwähnt

Die bekannten Orte stehen oben. Diese hier finden Sie in den meisten Reiseführern zuCornwall nicht, obwohl sie den Umweg wert sind.

  1. Nanjizal Bay

    Eine Bucht südlich von Land's End mit dem Felsentor Song of the Sea, durch das bei tiefstehender Sonne das Licht fällt. Nur zu Fuß erreichbar, rund 30 Min. auf dem Küstenpfad ab Porthgwarra.

    Warum kaum bekanntEs gibt keinen Parkplatz und keinen Kiosk, deshalb steht sie in keinem Busprogramm. Wenige hundert Meter weiter drängen sich die Menschen an der Attraktion Land's End.

  2. Lankidden Cove auf der Lizard-Halbinsel

    Eine kleine Bucht mit türkisem Wasser unter einer Klippe, erreichbar über den Küstenpfad. Kein Sandstrand im üblichen Sinn, dafür Felsen und Wasser in einer Farbe, die man hier nicht erwartet.

    Warum kaum bekanntDie Lizard-Halbinsel liegt abseits der Hauptroute nach Land's End, und diese Bucht hat weder Zufahrt noch Beschilderung.

  3. Der Helford River

    Ein Flussarm zwischen altem Eichenwald und stillen Seitenarmen, mit der winzigen Fähre zwischen Helford und Helford Passage. Boote statt Strand, Wald statt Klippe.

    Warum kaum bekanntCornwall wird über seine Küste verkauft, und dieser Landstrich ist das Gegenteil davon: geschützt, grün und ohne Aussicht aufs offene Meer.

Touren und Tickets vor Ort

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Übernachten

Drei Häuser in Cornwall, mit Begründung

Ausgewählt danach, wo Sie das Auto lassen können und wie weit Sie zu Fuß haben, nicht nach Sternen. Preise stehen bewusst nicht dabei: sie schwanken pro Woche, und ein drei Monate alter Betrag wäre schlechter als keiner. Die Links führen zum Haus selbst.

  • Bed and Breakfast, 4 Zimmer · St Ives, oberhalb von Porthminster Beach

    3 Porthminster

    Vier Zimmer, alle mit Blick über die Bucht, 400 m zum Porthminster Beach und 5 Min. in die Stadt. Frühstück wird auf Bestellung gekocht.

    ParkenEigene Auffahrt, aber nur für drei Autos, teilweise hintereinander. Das Haus bittet ausdrücklich um einen Anruf vorab. Ein eigener Stellplatz in St Ives ist selten, und genau deshalb steht dieses Haus hier.

  • Boutique-Gästehaus · 22 The Warren, St Ives

    Trevose Harbour House

    Liegt zwischen Harbour Beach und Porthminster Beach mitten im Ort, Sie gehen also überallhin zu Fuß.

    ParkenKein eigener Stellplatz. Zum Ausladen dürfen Sie an die Rückseite des Hauses fahren, geparkt wird danach auf dem Bahnhofsparkplatz rund 180 m entfernt, gegen Gebühr und ohne feste Reservierung.

    Eher nichtErwachsenenhaus, Kinder unter zwölf Jahren werden nicht aufgenommen.

  • Kleines Hotel, 8 Zimmer · 16 Regent Terrace, Penzance

    Lombard House Hotel

    Am Wasser in Penzance, sechs der acht Zimmer blicken über die Mount's Bay. Hafen, Promenade, Bahnhof und der Anleger zu den Scilly-Inseln liegen in der Nähe.

    ParkenEin privater Stellplatz pro Zimmer, kostenlos und im Preis enthalten. Das ist der eigentliche Grund, Penzance als Standort für Cornwall überhaupt zu erwägen.

Alle Unterkünfte in Cornwall

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Quellen