Vor der Abreise
Mit dem Hund nach England: Papiere, Überfahrt, Strände
· Stand: September 2026
Kurz gesagt
Für die Reise mit dem Hund nach England brauchen Sie den EU-Heimtierausweis, einen Mikrochip, eine gültige Tollwutimpfung und eine Bandwurmbehandlung, die zwischen 24 und 120 Std. vor der Ankunft beim Tierarzt eingetragen wird. Ein Animal Health Certificate für rund €100 brauchen Sie entgegen anderslautender Angaben nicht. Was Sie dagegen zwingend brauchen, ist ein Fahrzeug: durch den Tunnel darf kein Hund im Personenzug.

Mit dem Hund nach England zu reisen ist unkomplizierter, als der Aufwand vermuten lässt, den viele deutsche Ratgeber beschreiben. Sie brauchen den EU-Heimtierausweis, einen Mikrochip, eine gültige Tollwutimpfung und eine Entwurmung kurz vor der Ankunft. Was Sie nicht brauchen, ist ein Gesundheitszeugnis für rund €100.
Was dagegen viele übersehen: Sie brauchen ein Auto. Ohne Fahrzeug kommt der Hund nicht über den Kanal.
Der EU-Heimtierausweis reicht
Mehrere deutschsprachige Seiten schreiben, für England sei ein Animal Health Certificate nötig, ausgestellt von einem amtlichen Tierarzt, gültig zehn Tage, Kosten je nach Praxis €80 bis €150. Für Reisende aus Deutschland stimmt das nicht.
GOV.UK führt als zulässiges Dokument für die Einreise nach Großbritannien ausdrücklich “a pet passport issued in an EU country” auf. Die Deutsche Botschaft in London bestätigt es und schreibt für die Rückreise ergänzend, es sei “kein gesondertes Gesundheitszeugnis (AHC) aus GBR erforderlich”.
Woher kommt der Irrtum? Aus der Gegenrichtung. Seit dem Brexit gilt der britische Heimtierausweis in der EU nicht mehr. Ein Hund, der in Großbritannien lebt und in die EU reisen will, braucht deshalb tatsächlich ein AHC. Diese Regel wird gespiegelt und landet bei Lesern, für die sie nicht gilt.
Wenn Ihr Hund einen in Deutschland ausgestellten Heimtierausweis hat, brauchen Sie in keine Richtung ein AHC.
Diese Hunde dürfen nicht einreisen
Bevor Sie irgendetwas anderes planen, prüfen Sie diesen Punkt. In England und Wales sind fünf Hundetypen verboten: Pit Bull Terrier, Japanese Tosa, Dogo Argentino, Fila Brasileiro und der XL Bully. Halten darf sie nur, wer eine Ausnahmebescheinigung hat, und die bekommen Sie als Besucher nicht.
Entscheidend ist dabei ein Satz von GOV.UK, den man zweimal lesen sollte: ob ein Hund als verbotener Typ gilt, hängt davon ab, wie er aussieht, nicht davon, welche Rasse in seinen Papieren steht. Beurteilt wird das Tier nach Körperbau und Erscheinung.
Für Sie heißt das: Ein Hund, der in Deutschland als Mischling oder als Staffordshire Terrier eingetragen ist, kann in England trotzdem als Pit-Bull-Typ eingestuft werden. Der deutsche Ausweis schützt davor nicht. Die Folgen reichen von der Zurückweisung an der Grenze bis zur Beschlagnahme des Tieres.
Wenn Ihr Hund einem der genannten Typen ähnelt, klären Sie das vor der Buchung mit den britischen Behörden, nicht am Terminal in Calais.
Was der Hund braucht, in dieser Reihenfolge
Die Reihenfolge ist nicht beliebig, denn der Chip muss vor der Impfung sitzen, sonst zählt die Impfung nicht.
- Mikrochip. Muss vor der Tollwutimpfung gesetzt sein.
- Tollwutimpfung. Nach der ersten Impfung müssen mindestens 21 volle Tage vergehen, bevor Sie einreisen dürfen. Eine lückenlos aufgefrischte Impfung gilt sofort.
- EU-Heimtierausweis. Chip und Impfung stehen darin.
- Bandwurmbehandlung. Frühestens 120 Std. und spätestens 24 Std. vor der Ankunft in Großbritannien, eingetragen von einem Tierarzt.
Punkt 4 ist der, an dem Reisen kippen. Das Zeitfenster liegt zwischen einem und fünf Tagen vor der Ankunft, also mitten in der Vorbereitung oder sogar unterwegs. Wer über Frankreich fährt und drei Tage für die Anreise braucht, macht den Termin sinnvollerweise am Tag vor der Abfahrt und rechnet nach, ob er noch im Fenster liegt.
Rechnen Sie das Fenster einmal aus Ankunft in Folkestone am Samstag um 14 Uhr heißt: die Behandlung muss zwischen Montag 14 Uhr und Freitag 14 Uhr eingetragen sein. Verpassen Sie das Fenster, wird der Hund an der Grenze zurückgewiesen oder in Quarantäne genommen, und beides passiert auf Ihre Kosten.
Ohne Auto kommt der Hund nicht rüber
Das ist die Einschränkung, die ganze Reisepläne umwirft, und sie steht in keinem der üblichen Ratgeber weit genug oben.
Der Eurostar nimmt keine Hunde mit. Auf den Strecken nach und von London reisen nur eingetragene Assistenzhunde. Das ist keine Firmenpolitik, die sich ändern ließe, sondern folgt aus dem Staatsvertrag über den Kanaltunnel: Tiere dürfen den Tunnel nur auf zwei Wegen passieren, als Assistenzhund im Personenzug oder im Fahrzeug auf dem Shuttle.
Für Sie heißt das: Alles, was auf unserer Seite über das Reisen ohne Auto steht, gilt mit Hund nicht für die Anreise. Sie kommen mit dem eigenen Fahrzeug über den Kanal, und erst danach können Sie in England auf die Bahn umsteigen.
Tunnel oder Fähre
Beide Wege funktionieren, aber sie fühlen sich für den Hund sehr verschieden an.
Le Shuttle durch den Tunnel ist die ruhigste Variante. Der Hund bleibt die rund 35 Min. bei Ihnen im Auto, es gibt kein Tierdeck und keinen Zwinger. Vor der Abfahrt melden Sie ihn an der Pet Reception an, die rund um die Uhr geöffnet ist, und danach gibt es einen eingezäunten Auslauf. Kosten: £22 pro Tier und Richtung, bis zu fünf Tiere je Fahrzeug.
Auf der Fähre hängt es vom Betreiber ab. Auf den kurzen Überfahrten Dover nach Calais bleibt der Hund je nach Reederei im Fahrzeug auf dem Autodeck oder kommt in einen Zwinger; einzelne Anbieter haben einen eigenen Tierbereich. In Restaurants, Bars und den meisten Lounges dürfen Hunde nicht mit. Prüfen Sie die Regel Ihres Anbieters vor der Buchung, denn sie unterscheiden sich stärker, als man erwartet.
Wie sich die beiden Wege sonst unterscheiden, steht im Vergleich der Anreisewege.
Die Rückreise ist die einfachere Richtung
Für den Weg zurück nach Deutschland genügt der EU-Heimtierausweis mit gültiger Tollwutimpfung. Eine zweite Bandwurmbehandlung ist nicht nötig, die verlangt nur Großbritannien für die Einreise. Sie müssen also am Ende des Urlaubs keinen Tierarzttermin in England suchen.
![]()
Hunde am Strand: die Regel wird meist falsch zitiert
“In Cornwall sind Hunde im Sommer am Strand verboten” stimmt so nicht, und die Verkürzung kostet Leute unnötig ihren Urlaub. Die Regel hat drei Teile, und der dritte fehlt fast immer.
| Strände | Zeitraum | Uhrzeit |
|---|---|---|
| die meisten Strände | 1. Juli bis 31. August | 10 bis 18 Uhr |
| Blue-Flag-Strände | 15. Mai bis 30. September | 10 bis 18 Uhr |
| Hayle Estuary, Carnsew und Copperhouse Pool | ganzjährig | rund um die Uhr |
Der dritte Teil ist der wichtige: außerhalb von 10 bis 18 Uhr darf der Hund auch im August an den Strand. Ein früher Morgen an einem leeren Strand in Cornwall ist ohnehin die schönere Zeit dort, und das gilt für die schönsten Orte in Cornwall genauso.
Zu den Blue-Flag-Stränden mit der längeren Sperre gehören unter anderem Porthmeor und Porthminster in St Ives, Carbis Bay, Gyllyngvase in Falmouth, Sennen, Polzeath, Porthtowan, Crackington Haven, Trevone, Crooklets und Widemouth. In Devon beginnen die meisten Gemeinden schon am 1. Mai und sperren bis Ende September.
Am Summerleaze in Bude gilt statt eines Verbots eine Leinenpflicht, vom 21. Mai bis 30. September zwischen 10 und 18 Uhr. Privat betriebene Strände machen ihre eigenen Regeln, die am Zugang ausgeschildert sind.

Wo der Hund sonst mit hinein darf
England ist im Alltag hundefreundlicher als Deutschland, mit einer klaren Grenze.
- Pubs. Auf dem Land ist der Hund im Schankraum meist selbstverständlich, oft steht ein Wassernapf bereit. Im Speisebereich hängt es vom Wirt ab.
- Wanderwege. Der South West Coast Path und die Wege in den Nationalparks sind offen. Auf ausgewiesenem Open Access Land gilt vom 1. März bis 31. Juli Leinenpflicht wegen der Bodenbrüter, in der Nähe von Vieh und an der Küste ganzjährig. Was sonst auf englischen Wegen gilt, steht unter Wandern in England.
- Unterkünfte. Viele Cottages und kleinere Hotels nehmen Hunde, meist gegen einen Aufschlag pro Nacht und oft begrenzt auf ein oder zwei Tiere. Fragen Sie vor der Buchung nach, denn die Angabe fehlt auf Buchungsseiten häufiger, als sie dort steht.
- Herrenhäuser und Ruinen. Hier ist England großzügiger als erwartet. Der National Trust lässt Hunde an 87 Prozent seiner Orte zu und bewertet jeden davon mit einer bis drei Pfoten. Drei Pfoten heißt: der Hund darf in fast alle Bereiche mit, sogar ins Teehaus. English Heritage führt seine hundefreundlichen Orte ebenfalls eigens auf, in Whitby Abbey etwa dürfen Sie angeleint durch die Ruine gehen.
- Kathedralen und Museen. Hier bleibt der Hund draußen, mit Ausnahme von Assistenzhunden.
Häufige Fragen
Brauche ich ein Animal Health Certificate für England?
Nein, wenn Sie aus Deutschland kommen. GOV.UK erkennt den in einem EU-Land ausgestellten Heimtierausweis für die Einreise nach Großbritannien ausdrücklich an, und die Deutsche Botschaft in London bestätigt das. Das AHC brauchen Hunde, die aus Großbritannien in die EU reisen, weil der britische Ausweis dort seit dem Brexit nicht mehr gilt.
Welche Hunde dürfen nicht nach England?
Pit Bull Terrier, Japanese Tosa, Dogo Argentino, Fila Brasileiro und XL Bully sind in England und Wales verboten. Wichtig dabei: Ob ein Hund als verbotener Typ gilt, richtet sich laut GOV.UK danach, wie er aussieht, nicht nach der Rasse in den Papieren. Ein deutscher Mischlingsnachweis schützt nicht vor der Einstufung.
Wann muss die Bandwurmbehandlung gemacht werden?
Frühestens 120 Std. und spätestens 24 Std. vor der Ankunft in Großbritannien. Ein Tierarzt muss sie im Heimtierausweis eintragen. Das ist der Termin, den Sie beim Planen am leichtesten übersehen, denn er liegt zwischen einem und fünf Tagen vor der Abfahrt.
Darf der Hund mit dem Eurostar nach London?
Nein. Auf den Strecken nach und von London sind nur eingetragene Assistenzhunde erlaubt. Der Grund steht im Staatsvertrag über den Kanaltunnel: Tiere dürfen den Tunnel nur als Assistenzhund im Personenzug oder im Fahrzeug auf dem Shuttle passieren. Mit Hund brauchen Sie also ein Auto.
Was kostet der Hund im Eurotunnel?
£22 pro Tier und Richtung. Bis zu fünf Tiere pro Fahrzeug sind möglich. Der Hund bleibt die rund 35 Min. bei Ihnen im Auto, es gibt keinen Zwinger und kein Tierdeck. Vor der Abfahrt melden Sie ihn an der Pet Reception an, die rund um die Uhr geöffnet ist.
Muss der Hund für die Rückreise nach Deutschland noch einmal zum Tierarzt?
Nein. Für die Rückreise genügt der EU-Heimtierausweis mit der gültigen Tollwutimpfung. Eine zweite Bandwurmbehandlung ist für Deutschland nicht vorgeschrieben, die verlangt nur Großbritannien für die Hinreise.
Sind Hunde in Cornwall am Strand verboten?
Nur zeitweise, und die Regel wird oft verkürzt wiedergegeben. An den meisten Stränden gilt das Verbot vom 1. Juli bis 31. August, an den Blue-Flag-Stränden vom 15. Mai bis 30. September, und zwar jeweils nur zwischen 10 und 18 Uhr. Vor 10 und nach 18 Uhr darf der Hund auch im August an den Strand.
