England, Südwesten
Devon Sehenswürdigkeiten: Küste, Dartmoor, Exmoor
Unser Urteil
Devon lohnt sich für vier bis sechs Nächte und ist die vernünftigere Wahl, wenn Sie weniger als eine Woche haben. Die Küste ist weniger spektakulär als in Cornwall, dafür ist alles näher und ruhiger.
Lohnt sich für
- Reisende mit weniger als einer Woche, denn die Anfahrt ist rund 1 Std. kürzer
- Wer Landschaft im Landesinneren sucht, mit Dartmoor und Exmoor
- Familien, denn die Südküste hat ruhige Buchten und flache Strände
Eher nicht, wenn
- Sie die dramatische Klippenküste suchen, die ist in Cornwall ausgeprägter
- Sie ohne Auto reisen, denn die Nationalparks sind mit dem Bus kaum zu erschließen
- Sie im August an die Südküste wollen, dann sind Torquay und Salcombe voll
Die ehrliche AlternativeWer die spektakulärere Küste will und mindestens eine Woche Zeit hat, fährt weiter nach Cornwall. Devon liegt ohnehin auf dem Weg und lässt sich als erste Etappe einbauen.




Devon oder Cornwall?
Die Frage, die fast jede Südwest-Planung bestimmt. Die kurze Antwort hängt an Ihrer Reisedauer.
| Devon | Cornwall | |
|---|---|---|
| Anfahrt ab London | rund 4 Std. | rund 5 Std. |
| Küste | schön, abwechslungsreich | dramatischer, türkisfarbene Buchten |
| Landesinneres | zwei Nationalparks | wenig |
| Andrang im Sommer | hoch, aber verkraftbar | sehr hoch |
| Ideale Dauer | 4 bis 6 Nächte | 7 bis 10 Nächte |
Wenn Sie fünf Tage haben, nehmen Sie Devon. Wenn Sie zehn haben, fahren Sie durch Devon nach Cornwall und übernachten unterwegs. Beide gegeneinander auszuspielen ergibt wenig Sinn, sie liegen hintereinander an derselben Strecke.
Devons eigentliches Alleinstellungsmerkmal ist das Landesinnere. Cornwall ist Küste, Devon hat mit Dartmoor und Exmoor zwei Nationalparks, die ganz anders aussehen als alles andere in Südengland.
Nordküste oder Südküste?
Auch Devon hat zwei Gesichter, und sie sind unterschiedlicher als in Cornwall.
Die Südküste ist mild, geschützt und dicht besiedelt. Flussmündungen, Segelorte, rote Klippen an der Jurassic Coast. Hier liegen Sidmouth, Dartmouth, Salcombe und Torquay. Familienfreundlich, aber im Sommer voll und preislich gehoben.
Die Nordküste ist rauer und leerer. Hohe Klippen, Surfstrände bei Croyde und Woolacombe, und mit Clovelly ein ungewöhnliches Dorf. Weniger Infrastruktur, dafür deutlich mehr Platz.
Zwischen beiden liegt Dartmoor, und die Querung dauert etwa 1 Std. 30 Min. Wer beide Küsten sehen will, plant das als Rundreise statt als Tagesausflüge.
Was macht Dartmoor besonders?
Es ist die größte zusammenhängende Wildnis Südenglands: rund 950 km² Hochmoor auf einem Granitplateau, mit freilaufenden Ponys, Schafen und Rindern. Es gibt kaum Zäune, und die Straßen führen mitten hindurch.
Was Sie wissen sollten:
- Die Tors sind die Granitfelsen auf den Kuppen. Haytor ist der zugänglichste, Hound Tor der atmosphärischste, Great Mis Tor der einsamste. An den erschlossenen Parkplätzen wie Haytor, Postbridge und Meldon Reservoir kostet das Parken £3,50 für drei Stunden und £5,80 für den Tag, an den meisten anderen Stellen nichts.
- Das Wetter schlägt schnell um. Nebel kommt ohne Vorwarnung, und im Moor gibt es kaum Orientierungspunkte. Handyempfang fehlt in weiten Teilen.
- Die Ponys sind nicht wild, aber auch nicht zahm. Füttern ist verboten, weil sie dadurch an die Straße gewöhnt werden und überfahren werden.
- Nachts wird es dunkel im Wortsinn. Es gibt keine Straßenbeleuchtung, und die schmalen Straßen sind unübersichtlich.
Gut zu wissen In Dartmoor gilt an vielen Stellen das Recht auf wildes Zelten, und der Supreme Court hat das im Mai 2025 bestätigt. Dartmoor ist damit der einzige Ort in England, an dem dieses Recht im Gesetz steht. Es gilt aber ausdrücklich nur für das Zelt, das Sie selbst tragen: eine oder zwei Nächte, kleines Zelt, kein Feuer. Übernachten im Fahrzeug oder im Wohnmobil fällt nicht darunter. Karten der zugelassenen Bereiche gibt es beim Nationalpark, und für alles außerhalb brauchen Sie die Erlaubnis des Grundbesitzers. Was sonst in England gilt, steht unter Camping und Wohnmobil.
Wie lange brauchen Sie?
Vier bis sechs Nächte. Eine sinnvolle Aufteilung für fünf Nächte: zwei an der Südküste bei Sidmouth oder Dartmouth, eine bis zwei am Rand von Dartmoor, und zwei an der Nordküste bei Woolacombe oder Ilfracombe.
Wer Devon nur als Durchgang nach Cornwall nutzt, plant mindestens eine Übernachtung ein, sonst wird der Anreisetag zu lang. Exeter liegt günstig an der M5 und ist ein praktischer Zwischenstopp mit einer sehenswerten Kathedrale.
Wo Devon zwischen den anderen Regionen des Südens liegt, zeigt die Übersicht zu Südengland.
Brauchen Sie ein Auto?
Für die Küstenorte an der Südküste geht es knapp ohne: Exeter, Torquay, Dawlish und Exmouth liegen an der Bahn, Dartmouth erreichen Sie per Fähre ab Kingswear.
Für Dartmoor, Exmoor und die Nordküste brauchen Sie ein Fahrzeug. Die Busse in die Nationalparks fahren wenige Male täglich, im Winter teilweise gar nicht, und die Wanderausgangspunkte liegen ohnehin abseits.
Beachten Sie dabei die schmalen Straßen mit hohen Hecken, die in Devon besonders ausgeprägt sind. Wie das funktioniert, steht unter Linksverkehr und Mietwagen. Eine passende Route beschreiben wir unter Cornwall und Devon in zehn Tagen.
Die Sehenswürdigkeiten, einzeln bewertet
Unbedingt ansehenDartmoor
Hochmoor mit freilaufenden Ponys, Granitfelsen und einer Weite, die in England selten ist. Wandern Sie zu einem der Tors, etwa Haytor oder Hound Tor. Bei Nebel wird die Orientierung schnell schwierig, nehmen Sie Karte und Kompass mit.
Unbedingt ansehenJurassic Coast bei Sidmouth und Beer
Der Ostteil der Küste mit roten Sandsteinklippen, Welterbe wegen der Fossilien. Der Küstenweg zwischen Branscombe und Beer ist eine gute Halbtageswanderung mit Badebucht am Ende.
Wenn Zeit bleibtExmoor
Der zweite Nationalpark, kleiner und bewaldeter als Dartmoor, mit steiler Küste im Norden. Weniger besucht und deshalb ruhig. Als Nachthimmelreservat ausgewiesen, bei klarem Wetter sind die Sterne bemerkenswert.
Wenn Zeit bleibtSalcombe und die Südküste
Segelort an einer Flussmündung, mit teuren Häusern und guten Buchten in der Umgebung. Im Sommer voll und preislich gehoben. Die Buchten bei East Portlemouth erreichen Sie mit der kleinen Fähre.
Wenn Zeit bleibtClovelly
Autofreies Fischerdorf an der Nordküste, das steil zum Hafen abfällt und für den Zutritt £10,90 pro Erwachsenem verlangt, Kinder von 7 bis 16 £6,25, unter sieben frei. Im Preis steckt eine zweite Besichtigung innerhalb von sieben Tagen. Ungewöhnlich und fotogen, aber es ist im Kern ein einziger gepflasterter Weg. Rechnen Sie mit gut 1 Std.
Können Sie auslassenTorquay und die English Riviera
Als Riviera vermarktete Badeorte mit Palmen und Promenade, geprägt vom britischen Inlandstourismus der Nachkriegszeit. Wenn Sie Küste suchen, finden Sie sie an der Jurassic Coast oder in Cornwall in besserer Form.
Was kaum jemand erwähnt
Die bekannten Orte stehen oben. Diese hier finden Sie in den meisten Reiseführern zuDevon nicht, obwohl sie den Umweg wert sind.
Branscombe
Ein langgezogenes Dorf an der Jurassic Coast, mit strohgedeckten Häusern, einer alten Schmiede und einem Kiesstrand am Ende. Der Küstenweg nach Beer dauert rund 1 Std. 30 Min. und führt über die Klippen.
Warum kaum bekanntDie Jurassic Coast wird über Durdle Door und Lyme Regis verkauft, beide in Dorset. Der devonische Teil bleibt dabei fast unerwähnt.
Hound Tor und die verlassene Siedlung
Eine Felsgruppe im Dartmoor, und direkt darunter die Grundmauern eines Dorfes, das im 14. Jahrhundert aufgegeben wurde. Man läuft zwischen den Umrissen der Häuser umher, frei zugänglich.
Warum kaum bekanntHaytor liegt näher an der Straße und hat einen Parkplatz mit Kiosk, deshalb fahren fast alle dorthin. Hound Tor ist zehn Autominuten weiter und meist leer.
Die Fähre nach East Portlemouth
Ein kleines Boot, das in Salcombe alle paar Minuten über die Flussmündung setzt. Auf der anderen Seite liegen zwei Buchten mit klarem Wasser, die man zu Fuß in wenigen Minuten erreicht.
Warum kaum bekanntSalcombe selbst ist im Sommer voll und teuer. Dass die ruhigen Strände direkt gegenüberliegen, mit einer Überfahrt von wenigen Minuten, steht in kaum einem Reiseführer.
Übernachten
Drei Häuser in Devon, mit Begründung
Ausgewählt danach, wo Sie das Auto lassen können und wie weit Sie zu Fuß haben, nicht nach Sternen. Preise stehen bewusst nicht dabei: sie schwanken pro Woche, und ein drei Monate alter Betrag wäre schlechter als keiner. Die Links führen zum Haus selbst.
Gästehaus · Moretonhampstead, am Rand des Moors
Moorcote Country Guest House
Moretonhampstead gilt als Tor zum Dartmoor, und von hier sind Sie in wenigen Minuten im Moor. Frühstück wird selbst gekocht.
ParkenFreie eigene Stellplätze, ausdrücklich für Gäste. Auf Dartmoor ist das mehr wert als es klingt, weil die Wanderparkplätze im Moor kostenpflichtig sind.
Hotel, 21 Zimmer · Am River Teign bei Chagford
Mill End Hotel
Liegt direkt am Fluss und mitten im Nationalpark, mit Waldwegen ab der Haustür. Es gibt eigene hundefreundliche Zimmer und Aufenthaltsräume, nicht nur eine Duldung.
ParkenDas Haus macht online keine Angabe. Der Platz ist auf Dartmoor selten das Problem, die Zufahrt schon: die Lanes sind einspurig und von hohen Hecken gesäumt.
Gasthof mit Zimmern · 9 High Street, Chagford
The Globe Inn
Ein Pub mit Zimmern mitten in Chagford, also abends zu Fuß zum Essen statt noch einmal über die Lanes zu fahren. Nach einem Tag im Moor ist genau das der Punkt.
ParkenDas Haus macht online keine Angabe. Chagford ist ein kleiner Ort mit einem Platz in der Mitte, rechnen Sie nicht mit einem eigenen Stellplatz.
Alle Unterkünfte in Devon
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