England, Südwesten
Exeter Sehenswürdigkeiten: das Tor nach Devon
Unser Urteil
Exeter lohnt sich für einen Tag und als Auftakt für Devon und Cornwall, nicht als Reiseziel für sich. Die Kathedrale ist außergewöhnlich, der Rest der Innenstadt ist solide und in drei Stunden gesehen. Wer eine Nacht bleibt, hat den Vorteil, dass die lange Anfahrt aus dem Osten hier endet.
Lohnt sich für
- Reisende auf dem Weg nach Devon oder Cornwall, denn hier endet die lange Anfahrt
- Wer ohne Auto reist, denn die Stadt ist zu Fuß erschlossen und liegt an der Hauptstrecke
- Kathedralenfreunde, wegen des längsten ununterbrochenen gotischen Gewölbes der Welt
Eher nicht, wenn
- Sie ein Reiseziel für mehrere Tage suchen, dann ist die Stadt zu klein
- Sie an einem Montag kommen, denn dann haben Museum und Underground Passages zu
Die ehrliche AlternativeWenn Sie eine südenglische Stadt für zwei bis drei Nächte suchen, nehmen Sie Bath. Wenn Sie die Küste wollen, fahren Sie gleich weiter nach Devon oder Cornwall und nutzen Exeter nur als Ankunftspunkt.




Lohnt sich Exeter?
Für einen Tag ja, für einen Urlaub nicht. Exeter ist eine Kathedralenstadt von rund 130.000 Einwohnern, und das Beste daran steht auf zwei Hektar zwischen Cathedral Green und dem Quay. Das sehen Sie an einem Tag, in Ruhe.
Was Exeter wertvoll macht, ist die Lage. Hier endet die lange Anfahrt aus dem Osten, und hier beginnt der eigentliche Südwesten. Von London bis Penzance sind es rund 6 Std. Fahrzeit, von Exeter noch rund 2. Wer die Fahrt teilen will, teilt sie hier.
Was montags geschlossen ist
Ein Detail, das eine Tagesplanung kippt und in keinem der deutschen Stadtporträts steht.
| Ziel | Geschlossen |
|---|---|
| Royal Albert Memorial Museum | montags und an Feiertagen |
| Underground Passages | montags und dienstags |
| Exeter Cathedral | täglich geöffnet |
An einem Montag sind also beide Innenräume zu, die man bei Regen ansteuern würde. Übrig bleiben die Kathedrale und der Quay. Wer im Südwesten unterwegs ist und die Wahl hat, legt Exeter auf einen anderen Tag.
Was die Kathedrale besonders macht
Der Satz, den man in Exeter hört, lautet: das längste ununterbrochene gotische Gewölbe der Welt. Das stimmt, und die Einschränkung ist der Punkt. Ununterbrochen heißt: Exeter hat keinen Vierungsturm, der das Kirchenschiff in der Mitte teilt. Stattdessen stehen die beiden Türme über den Querschiffen, eine im englischen Kirchenbau seltene Lösung. Dadurch läuft das Gewölbe über rund 96 m in einem Zug durch.
Erwachsene zahlen £12,50, Kinder unter 18 in einer Familiengruppe kommen frei mit. Im Preis stecken eine Führung, ein Audioguide und die Treasures-Ausstellung. Wer zum Gottesdienst oder zum Gebet kommt, zahlt nichts; das ist keine Hintertür, sondern eine andere Art des Besuchs.
Wann sollten Sie kommen?
Anders als die Küste und Dartmoor funktioniert Exeter das ganze Jahr, weil das Beste daran drinnen steht oder ohnehin offen ist. Von Mai bis September ist es am angenehmsten, aber die Stadt kippt im Winter nicht weg, wie es den Dörfern im Südwesten passiert.
Wer im Sommer nach Cornwall weiterfährt, sollte allerdings auf den Wochentag achten: An Samstagen wechseln dort die Ferienhäuser, und dann steht halb Südwestengland gleichzeitig auf der A30. Mehr dazu unter Anreise nach Cornwall.
Was Sie vom Quay aus erreichen
Der schönste Teil eines Exeter-Tages liegt nicht in der Innenstadt, sondern am Wasser. Vom Quay führt der Exe Estuary Trail flussabwärts, flach, asphaltiert und autofrei, an der Mündung entlang bis Topsham und weiter nach Exmouth.
Zu Fuß sind es bis Topsham rund 1 Std. 30 Min., mit dem Rad gut eine halbe Stunde. Zurück fahren Sie mit der Bahn, die Avocet Line hält in beiden Orten. Das ist der Ausflug, den Einheimische machen und Besucher fast nie.
Exeter oder Plymouth?
Beide sind Städte in Devon mit Bahnhof, Flughafen in der Nähe und einer langen Geschichte, und beide werden als Tor zum Südwesten beschrieben. Für eine Reise unterscheiden sie sich deutlich.
Exeter hat den geschlosseneren Kern: Kathedrale, Stadtmauer, Quay und Museum liegen zu Fuß beieinander, und die Bahnanbindung ist besser.
Plymouth ist größer, hafengeprägt und im Krieg viel stärker zerstört worden. Es lohnt sich, wenn Sie mit der Fähre aus Roscoff ankommen oder nach Cornwall über die Tamar wollen; dann liegt es ohnehin auf dem Weg.
Wenn Sie die Wahl haben und einen Tag investieren, nehmen Sie Exeter.
Brauchen Sie ein Auto?
In Exeter selbst nicht. Die Stadt ist kompakt, und Exeter St Davids liegt an der Hauptstrecke aus London Paddington, mit Anschluss nach Cornwall und an die Südküste. Es gibt einen zweiten Bahnhof, Exeter Central, der näher an der Innenstadt liegt; achten Sie beim Buchen darauf, welcher gemeint ist.
Für alles danach brauchen Sie eins. Dartmoor, die Küste und die Dörfer sind ohne Auto mühsam, mehr dazu unter Devon und mit dem Zug durch England.
Der Flughafen Exeter liegt rund 8 km östlich und wird aus mehreren deutschen Städten angeflogen. Für Devon und Cornwall ist das die kürzeste Anreise per Flug, siehe Flughäfen in England.
Exeter als Startpunkt
Genau so ist unsere Rundreise durch Cornwall und Devon aufgebaut: Ankunft in Exeter, eine Nacht, und am nächsten Morgen nach Westen. Das hat zwei Gründe.
Erstens die Entfernung. Wer aus dem Osten kommt, hat einen langen Tag hinter sich, und Cornwall liegt noch einmal Stunden weiter; wie sich die Wege unterscheiden, steht unter Anreise nach Cornwall.
Zweitens die Mietwagen. In Exeter übernehmen Sie den Wagen am Rand des Landes statt im Londoner Verkehr, und die ersten Kilometer im Linksverkehr fahren Sie auf der A30 statt auf einer Stadtstraße. Was dabei sonst gilt, steht unter Linksverkehr und Mietwagen.
Die Sehenswürdigkeiten, einzeln bewertet
Unbedingt ansehenExeter Cathedral
Das eigentliche Argument für die Stadt. Das Kirchenschiff trägt das längste ununterbrochene mittelalterliche Steingewölbe der Welt, rund 96 m ohne Vierungsturm dazwischen. Erwachsene zahlen £12,50, Senioren und Studierende £10,50, Kinder unter 18 in einer Familiengruppe frei. Enthalten sind eine Führung, ein Audioguide und die Treasures-Ausstellung. Geöffnet ist montags bis samstags von 9 bis 17 Uhr, sonntags von 11.30 bis 16 Uhr; die Treasures-Ausstellung bleibt mittwochs und sonntags geschlossen.
Wenn Zeit bleibtUnderground Passages
Ein Netz von Gängen aus dem 14. und 15. Jahrhundert, durch die Exeter sein Trinkwasser in die Stadt holte. Zu besichtigen nur mit Führung, rund £7,50 für Erwachsene, £5 für Kinder. Geöffnet mittwochs bis freitags 11 bis 16 Uhr, samstags und sonntags ab 10 Uhr, letzte Führung jeweils 15 Uhr. Kinder unter fünf dürfen nicht mit hinunter, dürfen die Ausstellung oben aber sehen. In den Ferien vorher buchen.
Unbedingt ansehenRoyal Albert Memorial Museum
Sechzehn Säle über Devon, Naturkunde und Weltkulturen, in einem viktorianischen Bau. Der Eintritt ist frei, nur einzelne Sonderausstellungen kosten. Geöffnet dienstags ab 10.30 Uhr, mittwochs bis sonntags ab 10 Uhr, jeweils bis 17 Uhr, montags und an Feiertagen geschlossen. Für einen Regentag die beste Adresse der Stadt.
Unbedingt ansehenDer Quay am Exe
Der alte Hafen unterhalb der Stadt, mit Lagerhäusern aus dem 17. und 18. Jahrhundert, Cafés und Bootsverleih. Von hier führt der Exe Estuary Trail flussabwärts, asphaltiert und flach, gut mit dem Rad. Kostet nichts und ist der Ort, an dem Exeter am wenigsten nach Innenstadt aussieht.
Wenn Zeit bleibtDie römische Stadtmauer
Exeter war römische Garnisonsstadt, und rund 70 Prozent des Mauerrings stehen noch, teils in römischem, teils in mittelalterlichem Mauerwerk. Ein Rundweg führt daran entlang. Sehenswert für alle, die Schichten mögen; wer nur begrenzt Zeit hat, sieht sie ohnehin nebenbei.
- Können Sie auslassen
Die High Street
Die Einkaufsstraße, im Krieg schwer zerstört und in den fünfziger Jahren wieder aufgebaut. Zwischen den Ketten stehen einzelne Tudorhäuser, aber als Ganzes ist sie das, was sie ist: eine britische Fußgängerzone. Die Zeit ist an der Kathedrale und am Quay besser angelegt.
Was kaum jemand erwähnt
Die bekannten Orte stehen oben. Diese hier finden Sie in den meisten Reiseführern zuExeter nicht, obwohl sie den Umweg wert sind.
Red Coat Guided Tours
Kostenlose Stadtführungen von ehrenamtlichen Führern, täglich, das ganze Jahr über, rund 90 Min. Anmelden müssen Sie sich nicht: Sie stellen sich an der Richard-Hooker-Statue auf dem Cathedral Green dazu. Im Juli und August gibt es zusätzlich eine Tour über den Quay mit Bootsfahrt auf dem Schiffskanal.
Warum kaum bekanntIn einer Stadt, in der die Kathedrale £12,50 kostet, ist das die beste Stunde, die nichts kostet, und fast kein ausländischer Besucher weiß davon. Es gibt keine Kasse und kein Schild, nur einen Treffpunkt.
Topsham
Ein Ort an der Mündung des Exe, sechs Kilometer flussabwärts, mit Kaufmannshäusern aus dem 17. Jahrhundert im niederländischen Stil, über fünfzig unabhängigen Läden und einem Vogelschutzgebiet an der Marsch. Erreichbar mit der Avocet Line ab Exeter Central oder St Davids, der Bahnhof liegt im Ort.
Warum kaum bekanntEs steht in keiner Liste der Exeter-Sehenswürdigkeiten, weil es formal nicht Exeter ist. Die niederländischen Giebel sind kein Zufall: Topsham handelte jahrhundertelang mit den Niederlanden, und die Kaufleute bauten wie zu Hause.
Übernachten
Zwei Häuser in Exeter, mit Begründung
Ausgewählt danach, wo Sie das Auto lassen können und wie weit Sie zu Fuß haben, nicht nach Sternen. Preise stehen bewusst nicht dabei: sie schwanken pro Woche, und ein drei Monate alter Betrag wäre schlechter als keiner. Die Links führen zum Haus selbst.
Boutiquehotel in einem georgianischen Stadthaus · 36 Southernhay East, 5 Min. zu Fuß zur Kathedrale
Southernhay House
Ein denkmalgeschütztes georgianisches Haus in Privatbesitz, keine Kette, mit Bar und eigenem Garten mitten in der Stadt. Wer Exeter als Auftakt der Reise nimmt und einmal ordentlich ankommen will, ist hier richtig.
ParkenDas Haus selbst nennt keinen eigenen Stellplatz. Southernhay ist eine Straße mit Parkscheinpflicht am Tag; abends und nachts wird dort nicht bewirtschaftet. Fragen Sie bei der Buchung nach, wo Sie stehen können.
Gästehaus in einem spätviktorianischen Haus · 75 bis 77 St Davids Hill, an der Straße zum Bahnhof Exeter St Davids
The Telstar
Seit über vierzig Jahren als Gästehaus geführt, mit einem ausführlichen Frühstück. Die Lage ist der eigentliche Vorteil: St Davids Hill führt direkt zum Hauptbahnhof, und von dort fahren die Züge nach London, Cornwall und an die Küste.
ParkenDas Haus macht dazu online keine Angabe. St Davids Hill ist eine Wohnstraße mit Bewirtschaftung; klären Sie das vor der Anreise.
Alle Unterkünfte in Exeter
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